Öl-Boomtown Baku

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slow bike calendar Aserbaidschan, 01.-04.07.2011 slow bike

Den ursprünglichen Plan durch Aserbaidschan zu radeln machte unser langer Georgienaufenthalt zunichte. Nichts desto trotz wollten wir einen Eindruck vom georgischen Nachbarland gewinnen und nahmen spontan zum Wochenende den Nachtzug in die Hauptstadt am kaspischen Meer.

Baku war anders als erwartet, eine Stadt voller Prunk: die Uferpromenade von Landschafts- und Stadtplanern entworfen, die (ausgestorbene) Altstadt fast schon übertrieben renoviert, moderne Einkaufsstrassen, -zentren, Hochhäuser und Businessleute prägen das Stadtbild.

Grosse Ölkonzerne haben der 2-Millionen Einwohner Stadt zu neuem Glanz verholfen. So wundert es weder, dass wir im Zentrum auf einen Texaner stiessen, der als Mittelsmann für einen amerikanischen Ölkonzern arbeitet, noch dass unsere aserbaidschanische Zugbekanntschaft auf unsere Frage “Kann man das Wasser in Aserbaidschan trinken?“, antwortete: “Georgian water is amazing, but Azerbaijschan water is petrol. Don’t drink it!

Gewundert hat uns:

Bakus Reichtum ist nicht zu übersehen, während die Landbevölkerung ärmlich wirkt.
• Die Preise für eine Tasse Tee variieren von 50 Cent im Teehaus am Bahnhof bis zu 20 Euro in der Innenstadt.
• Für uns war nicht ersichtlich, dass die Mehrheit der Aserbaidschaner dem muslimischen Glauben angehört. Wir sahen wenige Frauen mit Kopftüchern, hörten keinen Ruf eines Muezzins zum Gebet, jedoch waren Miniröcke, Stöckelschuhe und Liebespaare auf den Parkbänken beim Knutschen keine Seltenheit.
• Aserbaidschan förderte um 1900 etwa 50% des weltweit verwendeten Erdöls. Auch heute noch ist das schwarze Gold Haupteinnahmequelle des Landes (2005 erwirtschafte die Ölindustrie 67% des BIP).

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