Fahrradfreundliche Gastbetriebe

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slow bike calendar Deutschland, 19.05.-11.06.2012

Wir radelten klatschnass in Kelheim an der Donau ein. Ernüchternd war das erstbeste, völlig veraltete Hotel am Stadtrand, das 68 € fürs Doppelzimmer von uns wollte. Somit starteten wir einen Rundruf auf der Suche nach einer anderen Unterkunft. Nur eine Pension in unserer Donauradweg-Gästebroschüre war noch nicht ausgebucht und erschwinglich (50 €). Als wir im strömenden Regen dort ankamen, wartete die Hausherrin bereits mit Regenschirm vor dem Haus auf uns. 

Folgende Hausregeln gab sie zum Besten:

• Nasse Kleidung draußen aufhängen
Fahrräder gegengleich im Radraum abstellen

Radtaschen vor Betreten des Hauses abwischen
Es folgte ein kurzer Erfahrungsbericht von Radfahrern, die keine Kotflügel verwenden und wenn es regnet, völlig verdreckt bei ihr ankommen. Diese würde sie zum Waschen zur nächsten Tankstelle schicken. Sie dürfen erst wieder zu ihr zurückkommen, wenn sie sauber sind. Eigentlich will sie keine Gäste mehr aufnehmen, denn es sei zuviel Arbeit für zuwenig Geld. (Warum sie uns das am Telefon nicht vorab sagte, blieb ihr Geheimnis.)

Schuhe im Haus nebeneinander abstellen
Vor allem radfahrende Gäste würden zu viel Wasser verschwenden. Sie teilte uns mit, dass sie uns 4 € nachgelassen habe und deshalb sollten wir wenigstens nur kurz duschen. Außerdem koste die Nutzung des Fernsehers normalerweise extra, aber den Aufschlag erspare sie uns.

• Packtaschen vorsichtig nach oben tragen, damit sie im Stiegenhaus nicht die Wand streifen

• „Zum Frühstück essen sie Wurst und Käse und sie trinken eh Kaffee.“
Beim Frühstücken beschwerte sich die Frau, dass wir im Zimmer gekocht und dann das abgewaschene Geschirr unabgetrocknet auf der Abtropftasse liegen gelassen haben. Ihre Beschwerde erfolgte zu einem Zeitpunkt, zudem wir das Zimmer noch nicht zurück gegeben hatten. Sie verlangte, dass wir das nasse Geschirr abtrocknen. „Sie haben eigentlich ein Zimmer und keine Ferienwohnung gebucht“,  erklärte sie vorwurfsvoll, um uns verständlich zu machen, dass wir die Kochzeile im Gästezimmer nicht ungefragt hätten nutzen  dürfen. Auf unsere Frage, was sie in unserem Zimmer suchte, während wir frühstückten, meinte sie: Sie glauben gar nicht, was man da alles erlebt.

An der Hausmauer der Pension Pöppel hängt übrigens ein „Bed + Bike“-Zertifikat. Es stellt laut ADFC ein Gütesiegel für fahrradfreundliche Gastbetriebe dar, die sich „besonders auf die Bedürfnisse von Rad fahrenden Gästen einstellen“.

Wie zu Hause:

• Deutschland ist das bei weitem Österreich ähnlichste Land unserer Reise
• Große Freude über das wieder erhältliche Vollkorn- und Schwarzbrot

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