Nächtlicher Angriff in Xian

seite empfehlen seite drucken slow bike kontaktieren
slow bike calendar Ostchina, 5.11.-14.11.2011 slow bike

Ich schlief und erwachte. Es juckte. Vorsorglich hatte ich mich mit Moskitospray eingesprüht, denn die Zimmerdecke wies Blutspuren meiner Vorgänger auf. War die Wirkung schon verpufft? Es überkam mich ein Verdacht. Ich drehte meine Bettlampe auf und suchte das Leintuch nach kleinen Blutsaugern ab und tatsächlich fand ich eine Bettwanze. Beim Zerdrücken spritzte das Blut.

Die klugen Tierchen betäuben die Stelle in die sie beissen, sodass viele rote Pusteln erst im Laufe des Tages zum Vorschein kamen. Schnell hatten wir einen Zimmerwechsel veranlasst, die Wäsche ausgekocht und ich nahm eine der heissesten Duschen meines Lebens. Die Corticoidsalbe aus der Reiseapotheke verfehlte die erhoffte Wirkung. Es juckte höllisch.

Nach einer unruhigen Nacht suchten wir eine Apotheke auf. Wir tauchten ein in ein Meer von duftenden Wurzeln und Kräutern. Eine Dame, die den auf Chinesisch notierten Satz „Ich bin von Bettwanzen gebissen worden. Es juckt.“ gelesen hatte, führte mich in ein Arztzimmer. Ein Mann im weissen Kittel begutachtete die roten Stellen an meinem Körper und diskutierte heftig mit zwei anderen. Chinesische Schriftzeichen wurden notiert und man schickte mich in die Medikamentenabteilung. Ich erhielt zwei Salben, bezahlte diese und wollte gehen. Da erklärte mir der Assistent in gebrochenem Englisch, dass die Therapie jetzt gleich beginnen könne. Meine besorgte Frage nach der Art der Therapie verhallte unerwidert im Nichts.

Ich wurde zu einer rosafarbenen Liege geführt. Wenig später brachte er ein Stück glühende Kohle und begann die rauchende Glut über den Stichen zu schwenken. Wir mussten schmunzeln. Wollte er mich ausräuchern? Später gesellte sich noch eine Dame hinzu und tat es ihm gleich. Tatsächlich war die punktuelle Hitze aber eine wahre Wohltat für meinen Körper. Der chinesischen Medizin sei Dank!

Schon gewusst?

• Die chinesische Mauer besteht aus Abschnitten, die nicht zusammenhängen.
• Wer die Verbotene Stadt in Beijing ohne Erlaubnis des Kaisers betrat wurde geköpft.
• Die Terrakottaarmee ist ein grosser Scherbenhaufen den Archäologen in mühsamer Detailarbeit zusammensetzen.
• Beijinger rollen Scheiben der Pekingente in Reisfladen. Diese ähneln äusserlich den „österreichischen“ Frühlingsrollen. Jedoch sahen wir in China niemanden eine Frühlingsrolle essen.
Hunde werden in China wirklich gegessen. Gängiger sind jedoch Frösche, Schlangen und Schildkröten. Und nein, wir glauben keinen Hund gegessen zu haben.

Bildergalerie Ostchina >>