Odyssee nach El Nido

seite empfehlen seite drucken slow bike kontaktieren
slow bike calendar Philippinen, 29.02.-19.03.2012 slow bike

Allen bekannt, dass die Philippinen eine der grössten Inselansammlungen der Welt sind. Wie also von einer Insel auf die andere gelangen? Wir erstanden die Passagiertickets für die Cargo-Fähre nach El Nido, Palawan direkt am Fährhafen der Hauptstadt Manila. Laut dortiger Auskunft wussten wir nur soviel: Abfahrt Freitag 18:00 Uhr, maximal 24 Stunden Fahrtzeit und 3 Mahlzeiten an Bord. Wir hatten die letzte Frachtenfährfahrt auf dem Schwarzen Meer in so positiver Erinnerung behalten, dass uns ein Schiff als perfektes Verkehrsmittel erschien. Auch ein aktuelles Schreckenszitat der Zeitschrift Der Spiegel (4/2012) konnte uns von unserem Vorhaben nicht abbringen: „Immer wieder sinken überladene Fähren von Bangladesch, kentern verrostete Passagierkähne zwischen den Inseln der Philippinen und Flüchtlingsboote aus Afrika, man kennt das aus der Dritten Welt.“

Nach dem Einschiffen bezogen wir unsere - mit Spannplatten ausgestatteten - Metallstockbetten, die sich am Oberdeck eines an das andere reihten (siehe Foto). Roman bemängelte sofort, dass er nirgends ausser auf dem Treppenabgang zur Toilette aufrecht stehen konnte. Nora konnte auch nur zwischen den Querbalken der Decke aufrecht stehen. Wieder einmal waren wir zu gross für Asien (natürlich nur in cm gemessen ;). Wer denkt, wir hätten es im Sitzen oder Liegen besser ausgehalten, der irrt. Einzige Sitzgelegenheit waren die genannten Stockbetten, die eine für uns sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Ausdehnung unnatürliche Begrenzung aufwiesen (siehe Foto).

Wir sahen zu wie unser Holzkahn mit unzähligen Sachen beladen wurde: Bierkisten, Zementsäcke, Polystyrolbehälter für den Fischtransport, Eier, etc. Nach zwei Stunden des Beladens und Zimmerns am Unterdeck, kam es zu einem Stillstand. Es schien als würden wir auf etwas warten und wirklich, irgendwann kamen sie dann die beiden mit Kühen beladenen LKWs! Eine kleine Ewigkeit später waren die sich sträubenden Tiere in die neu entstandenen Stallungen am Unterdeck verfrachtet. Wir hofften zu Recht, dass sich bei Fahrtwind der Stallgeruch verflüchtigt.

Unsere Abfahrt verspätete sich schliesslich um 6 und unsere Ankunft um sagenhafte 54 Stunden. Wer gesehen hätte mit welch scheinbarem Gleichmut die philippinischen Passagiere, die zum Teil mit Kind, Kegel und grossem Schwangerschaftsbauch unterwegs waren, diesen Umstand hinnahmen, der wäre wohl ebenso verwundert wie wir gewesen.

Auffälliges:

• Einzigartige öffentliche Verkehrsmittel: Jeepneys (ehemalige US-Jeeps aus der amerikanischen Besatzungszeit mit verlängerter Karosserie zu Bussen umfunktioniert) & Tricycles (Sammeltaxis in Form von Motorrädern mit Beiwagen für Fahrgäste)
• Tipp fürs Inselhopping: Statt zeitaufwändiger Fährfahrten, preisgünstige Inlandsflüge buchen

Bildergalerie Philippinen >>