Schlafen denn Hunde nie?

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slow bike calendar Ungarn, 11.-13.04.2011

Unsere zweite Nacht im Freien verbrachten wir kurz vor Szombathely, nachdem wir einen Kaffeestopp in dem Grenzort Köszeg eingelegt hatten. Köszeg hat uns sehr positiv überrascht mit riesiger Burganlage und habsburgerisch anmutenden Hausfassaden. Am Nachbartisch im Kaffee natürlich Österreicher, wie könnte es anders sein.

Zurück zur Nächtigung: Begonnen hat das anstrengende Unternehmen mit dem Aufsuchen des Zeltplatzes. Roman wollte den erstbesten Platz einnehmen, der auf der Hinterseite von ungarischen Hausgartenanlagen umgeben von 2 Feldwegen und einer Strasse lag. Problem war, dass Nora sich da besonders unsicher fühlte. Nora wollte einen uneinsehbaren Zeltplatz. Letzten Endes sind wir an einem Waldrand fündig geworden. Jedoch der Untergrund hatte seine Tücken: viel spitzes Unterholz. Wir hockten also am Ende am Boden mit dem Multitool Marke Leatherman Wave in der Hand und schnitten selbiges ab. Naja, jedenfalls geschlafen haben wir dort ausgezeichnet. Bis auf die Hunde, die wie wild aus der Ferne bellten. (Es war uns zuvor bereits aufgefallen, dass in vielen Vorgärten zu Häusern ein Hund wacht.) Am besten war das Aufstehen mit sehr viel Sonne (sieht man auf den Fotos in der Bildergalerie ;).  

Kurz bevor wir Ungarn verlassen haben, gaben wir unsere letzten Forint in einem sehr urigen Lokal aus. Es fungierte als Truck Stopp, als Greissler für den Ort und lag direkt an der Hauptverkehrsstrasse von Szombathely nach Lendava (Slowenien), die mitten durchs Dorf führt. Auf dieser Strasse rollt der gesamte Schwerverkehr, der Österreich ausweicht bzw. Vignettengeld sparen will und von Norden nach Süden will (vor allem aus Polen, aber auch Tschechien, Slowakei, Rumänien etc.). Im Lokal befand sich die Wirtin, in der Schürze (siehe Foto). Vor dem Lokal empfing uns ein älterer Mann mit Alkoholfahne. Der Mann unterhielt sich gleich prächtig mit Roman (trotz verschiedener gesprochener Sprachen), dann goss er die Blumen die rund um das Lokal standen und fuhr mit dem Rad nach Hause. Alles sehr skurril.

Resümee:

  • In Ungarn haben wir insgesamt viel mehr Radfahrer gesehen als in Österreich. Vor allem viele ältere Menschen nutzen Fahrräder.
  • Sehr viele Häuser auf der Strecke hatten im Garten noch einen handbetriebenen Brunnen (d. h. mit Flaschenzug).
  • Auf einer Strecke von 50 km liegen Dörfer, die von LKW-schleusenden Strassen durchschnitten sind. Der Schwerverkehr muss zerschlagen werden!

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